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New European Sounds 2004


Im Folgenden ist unser Projekt zum EU-Beitritt im Mai 2004 dargestellt, das allerdings nicht realisiert wird, da es keinerlei Unterstützung fand.

Rahmenprojekt

NEW EUROPEANS SOUNDS AND ARTS

Ziel des Projektes ist die Intensivierung des kulturellen Austausches zwischen den mittel- und osteuropäischen Beitrittsstaaten und der bestehenden Europäischen Union. "New European Sounds and Arts" will dazu Angebote entwickeln und aktiv in die Arbeit der Kulturstätten einbringen; bereits bestehende Strukturen sollen genutzt, Netzwerke gestärkt oder gegebenenfalls geschaffen und der kulturelle Austausch mit Leben gefüllt werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der jungen Generation.
Das Projekt versteht sich dabei in dreifacher Funktion:
  • als kompetenter Ansprechpartner und Vermittler für interessierte Anbieter kultureller Aktivitäten
  • als aktiver Ideenlieferant und Projektrealisierer und
  • als engagierter Promoter des kulturellen Austausches und der auswärtigen Kunst.

Der Bedarf für das Projekt ist nicht nur angesichts der bevorstehenden EU-Beitritte als solche gegeben, sondern wird diese begleiten, die Europäische Union für Jugendliche erlebbar machen und einen regen Kulturaustausch anschieben. Bislang spielen in der bestehenden EU moderne, jugendliche Kunst und Kultur in und aus den Beitrittsstaaten eine untergeordnete Rolle. Selbst im grenznahen Gebiet sind grenzüberschreitende kulturelle Maßnahmen für Jugendliche noch eher die Ausnahme, ganz zu Schweigen von gemeinsamen oder gleichgerichteten Events. Dennoch existieren erste Ansätze, die ausbaufähig scheinen und der Unterstützung bedürfen.

Ein wichtiger Nebeneffekt von "New European Sounds and Arts" ist der Beitrag zur Entwicklung einer Zivilgesellschaft in den Staaten Mittel- und Osteuropas. Insbesondere Jugendliche stehen - in Westeuropa durchaus normalen - Formen zivilgesellschaftlicher Verfassung sehr skeptisch gegenüber. Durch eigene Events will unser Projekt Anreize schaffen, sich entweder bestehenden Vereinen anzuschließen, was angesichts kaum vorhandener Vereine die Ausnahme sein wird, oder selbst solche zu gründen.

Strategisch werden die Ziele von "New European Sounds and Arts" durch vorwiegend praktische Tätigkeiten erreicht. Ein Kontaktbüro mit Sitz in Dresden wird die Vermittlungsfunktion erfüllen, die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zu Polen und Tschechien ist in unseren Augen sinnvoll. Als wichtigste Arbeitsgrundlage werden Tonträger mit ausführlichen Informationen hergestellt, die interessierten Partnern in Ost und West zur Verfügung gestellt werden (s.u. Projekt "NEW EUROPEAN SOUNDS"). Desweiteren dienen selbstinitiierte Events als Modell und Pilotprojekte für weitere Veranstaltungen und zeigen nicht nur die Möglichkeiten und Vielfalt des kulturellen Austausches, sondern sollen vor allem die lokalen Kulturstätten (auch private) und deren Verantwortliche involvieren, Hemmungen abbauen und zur Fortsetzung ermuntern. Dieser neue Ansatz unmittelbarer Kommunikation scheint uns funktionaler als herkömmliche. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der größte Teil der Jugendkulturstätten (Clubs, Kinos, Diskos, Bars) privat oder von hochmotivierten Ehrenamtlichen betrieben wird, die neben ihrer originären Tätigkeit selten Zeit und Motivation haben, sich - aus diesem Blickwinkel - abstrakten Diskussionen zu widmen. Wir wollen somit wesentlich breitere Zielgruppen (sowohl lokale Verantwortliche aber auch Jugendliche selbst) erreichen. Der entstehende und gewünschte Nebeneffekt der Erreichung der Jugendlichen in vertrauter Umgebung leistet seinerseits einen Beitrag das kulturelle Schaffen der Künstler aus den Beitrittsstaaten zu präsentieren und somit Ängste abzubauen, Toleranz zu schaffen oder bestenfalls Interesse für die "neuen Europäer" zu erzeugen.

Um die Wirkung des Projektes "New European Sounds and Arts" so breit wie möglich anzulegen, wird ein großer Ausschnitt moderner Jugendkultur angeboten: von Punk bis Jazz in der musikalischen Dimension, von Disco über Ausstellungen bis Theater in der künstlerischen Gattung, genauso vielfältig wie die Interessen und Orientierungen Jugendlicher eben sind. Damit sind wir in der Lage nahezu alle kulturellen Interessen der Jugendlichen abzudecken, ausgespart bleiben weitgehend die Bereiche Klassik, kommerzielle Volks- und Popmusik, wobei dies kein Dogma ist, sondern unsere Kompetenzen bzw. finanziellen Möglichkeiten übersteigt. Darüber hinaus werden den Jugendlichen Angebote unterbreitet, selbst aktiv zu werden, sei es im Kleinen mit interaktivem Theater oder im Großen mit der Möglichkeit eigene Projekte einzubringen und zu realisieren. Ein spezielles Augenmerk gilt der Kultur ethnischer Minderheiten, wobei auch hier auf vorhandene Wissensbestände zurückgegriffen wird, vor allem natürlich solche, die den Aspekt der kulturellen Bereicherung Europas durch die Minderheiten unterstreichen. Bei der Planung und Realisierung eigener modellhafter Events soll zudem der ländliche Raum durch Kooperationen und entstehende Synergieeffekte besonders berücksichtigt werden.

Die konkreten Events dienen ebenso zur Erfüllung der dritten Funktion - der Öffentlichkeitswirksamkeit. Als "Aufhänger" für die Berichterstattung befördern sie die Kommunikation der Idee (und zugleich deren spezielle Umsetzung) des kulturellen Austausches in der neuen Europäischen Union. "New European Sounds and Arts" erreicht somit neben den Multiplikatoren der Jugend- und Kulturarbeit sowie den Jugendlichen vor Ort auch eine breite Öffentlichkeit. Dieser Funktion kommt die zentrale Rolle unseres Projektes zu, denn die aktive Vermittlung des kulturellen Reichtums und die Weckung eines regen Interesses daran, legt den Grundstein für die erfolgreiche Fortführung des kulturellen Austausches über "New European Sounds and Arts" hinaus. Unser Projekt soll - wie oben schon geschildert - weniger die eigentliche Arbeit von Kultureinrichtungen übernehmen, als Modelle bzw. Pilotprojekte anbieten, die bestenfalls ohne weitere Förderung fortgeführt werden. Dies kann aber nur erfolgen, wenn diese Projekte erfolgreich sind. Die Öffentlichkeitsarbeit ist für einen solchen Erfolg grundlegend. Deshalb liegt hierauf auch der finanzielle Schwerpunkt. Die Öffentlichkeitsarbeit wird im Wesentlichen auf drei Säulen ruhen: einer intensiven Pressearbeit, dem Abschluss von Medienpartnerschaften sowie üblicher Werbung.

Basisprojekt

NEW EUROPEANS SOUNDS

Ein wichtiger Baustein des Rahmenprojektes ist das Projekt "New European Sounds". Unter diesem Titel werden je eine CD-Rom pro neuem EU-Mitgliedsland entstehen, so dass insgesamt 6 CDRs vorliegen (CZ, PL, HU, SK, SLO, LT/LV/EST). Neben unterschiedlichster Musik präsentieren die CDRs Hintergrundinformationen zu den Ländern und der EU per Booklet und Datentracks. Doch sollen die CDRs nicht nur dem Verkauf dienen, sondern auch der Sensibilisierung von Multiplikatoren, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die CD-Rom-Reihe bildet mithin die Grundlage für weitere Projekte unter dem Dach von "New European Sounds and Arts". Zudem sollen im Mai 2004 je eine polnische, tschechische und deutsche Band mit einer Konzertreihe durch die drei Länder fahren. Insgesamt machen die Veranstaltungen und die Datenträger gemeinsam auf die EU-Erweiterung aufmerksam und lenken das Interesse der Jugendlichen auf dieses wichtige Ereignis. Ebenso wie die geplanten Konzerte werden die CDR nicht nur in Deutschland erhältlich sein, sondern in den Beitrittsländern selbst. Ein Teil der Datenträger wird den auswärtigen Kulturinstituten der jeweiligen Länder als und für Multiplikatoren zur Verfügung gestellt.

Durch die Form des Konzeptes werden sich die Jugendlichen angesprochen fühlen, denn mit Hilfe der Sprache der Musik lernen sie, aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig zu achten und ein europäisches Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Mit der Reihe wollen wir für junge Menschen ein vereintes Europa erkennbar und vor allem erlebbar machen und zwar a) dort wo Jugendliche sich zuhause fühlen und b) mit Mitteln, die sie aus dem Alltag kennen. So wird die Hemmschwelle deutlich abgesenkt, daneben können Informationen vigilant und jugendgemäß vermittelt werden.

Natürlich soll in diesem Rahmen auch an die Förderung junger Künstler gedacht werden. Alle teilnehmenden Nachwuchsbands bekommen mit der Teilnahme an dieser Konzertreihe bzw. an den Compilations die Chance, sich in einem größeren Rahmen zu präsentieren und ihrer Musik damit in verschiedenen europäischen Ländern ein Gesicht zu verleihen. Zudem werden sie während der Festivals die Gelegenheit haben, einander sehr gut kennen zu lernen, miteinander zu arbeiten und kreativ zu sein.

Ein Nebeneffekt liegt in der Dokumentation der zeitgenössischen Jugendkultur der Staaten Mittel- und Osteuropas, die in Deutschland bislang mit nur wenigen Ausnahmen überhaupt nachweisbar ist.

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