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Philosophen Ruhmeshalle
Anita Pasikowska
U. Beckmann + H. Wendland
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Schwarze Nächte
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Philosophen in der Ruhmeshalle 2005
Arbeitstitel eines Kunstprojektes im Dom Kultury und weiterführend
Philosophie und Kunst haben den großen Vorteil gegenüber anderen Sparten menschlichen Arbeitens, Tuns und Denkens, dass sie schneller in der Lage sind, ihre eigenen Voraussetzungen und Axiome zu ändern und in Frage zu stellen.
Die Mathematik bietet noch heute keine befriedigende Lösung für die Division durch Null an und kann es wohl auch nicht, ohne das Verlassen der traditionellen Mengenlehre.
Die Physik überwand die Grenzen ihrer klassischen Axiome mit der Relativitäts- und Quantentheorie.
Der Großteil des wissenschaftlichen Denkens allerdings ist an irdische Voraussetzungen gebunden, wie z.B. Gravitation, Atmosphäre. Künstlerisches Tun und philosophisches Denken können sich über diese Grenzen hinwegsetzen. (Denn: Der Künstler schöpft aus Sphären, gegen die die Sterne Gehbehinderte sind).
Beide Disziplinen, Philosophie und Kunst, bauen sich je nach Beschaffenheit ihre eigenen Dogmen, sind aber in der Lage, diese aufzuweichen, Grenzen fließen zu lassen, sie zu verlassen und sogar radikale neue Ansätze zu verwirklichen.
Die Grundlagen des Denkens und Schaffens und die daraus resultierenden Axiome, werden dann im jeweiligen religiösen, metaphysischen, sozialen oder anders gearteten theoretischen Kontext eingebettet. Sie sind dort beheimatet, können in einer dauernden Tradition (siehe Ikone – umgekehrte Perspektive und daraus resultierende Gestaltung, die eingebettet in der ikonodulen Tradition steht) aus sich heraus über Jahrhunderte bestehen. Sie können aber auch einen Paradigmenwechsel unterliegen, gesellschaftliche und künstlerische Anliegen neu bewerten, gestalten und sogar eine Lebenshilfe, eine Krücke zur Bewältigung des Alltags sein.
Unsere Ausstellung soll Künstler verschiedenster Arbeits- und Denkweisen präsentieren, die sich in ihrer Arbeit auf die unterschiedlichsten philosophischen Denker einlassen und deren Gedanken verarbeiten. Wir möchten bewusst keine Grenzen vorgeben, keine metaphysischen, religiösen und erkenntnistheoretischen Schranken aufbauen.
Jeder Künstler ist für seine Art der Vermittlung, die allerdings dem Betrachter zumindest kurz erläutert werden sollte, selbst in Stil, Form und Ausführung (natürlich setzen Raumgrößen und Transportmöglichkeiten manchen Realisierungen eine schon erwähnte natürliche Barriere).
Als Ausstellungsort eignet sich der Dom Kultury in Zgorzelec hervorragend.
Er wurde als Ruhmeshalle noch unter deutscher Vergangenheit eingeweiht und trägt somit im Titel schon ein Programm. Vorrangig Künstler und Philosophen beanspruchen in der menschlichen Entwicklung wohl einen Platz in der Ruhmeshalle (Hall of Fame).
Holger Wendland
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