Am 30.9.1989 verkündete der damalige Bundesaußenminister
Hans-Dietrich Genscher die Zustimmung der Regierung der DDR zur
Ausreise. Dieser historische Moment war ein Meilenstein der
Friedlichen Revolution. Mit Zügen wurden die Flüchtlinge ins
bayrische Hof gebracht, sie mussten aus völkerrechtlicher Sicht
der DDR-Führung noch einmal über das Territorium der DDR fahren.
Entlang der Strecke Dresden-Freiberg-Karl-Marx-Stadt-Plauen
lösten die Züge erste Demonstrationen aus. Öffentlicher
Widerstand in der DDR wurde sichtbar, aber zumeist gewaltsam
aufgelöst.
Ein Sonderzug mit fünf historischen Wagen fährt entlang der
Strecke der Züge mit den Botschaftsflüchtlingen von 1989 von
Prag über Dresden, Freiberg, Chemnitz, Plauen nach Hof. Die
einzelnen Waggons fungieren als Kunsträume, in denen
Ausstellungen gezeigt werden, in ihnen präsentieren sich
Zeitzeugen in Interviews, Wissenschaftler und Jugendliche aus
den ehemaligen Staaten des Ostblocks zeigen spezielle Ereignisse
der Wendezeit in ihren Ländern. Ergänzt wird das kulturelle
Angebot um zukunftsgerichtete Planspiele, die Europas weiteren
Werdegang skizzieren. An den Bahnhöfen finden Festivitäten für
die lokale Bevölkerung statt.