03.05.16 „Atem des Krieges. Fokus: Ukraine“ – Filmabend

„Atem des Krieges. Fokus: Ukraine“ – Filmabend zum Konflikt im Donbass
Idee: Elena Pagel
Vortragende: Natalija Bock, Elena Pagel und Matthias Zuber
Moderation: Oxana Evdokimova
Projekt Team: Lidia Asmus und Julia Mißbach

Zeit: Dienstag, 03.05.2016, 19:30 Uhr
Ort: Kino Thalia, Görlitzer Strasse 6, 01099 Dresden


Der kriegerische Konflikt in der Ukraine geht – trotz Minsker Friedensabkommens und trotz medialer Überlagerung durch andere Themen in Deutschland– mit kaum verminderter Härte bis heute weiter. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, den Menschen in Deutschland diese Lage ins Bewusstsein (zurück) zu bringen. Deshalb werden wir im Programmkino Thalia Dresden einen Filmabend mit drei Beiträgen veranstalten, der den Fokus auf das Leiden der Bevölkerung im Krieg in den Mittelpunkt rückt, egal auf welcher Seite.

Mit “Krieger made in Germany” haben die deutschen Journalisten und Filmemacher Brenda Weinel und Matthias Zuber eine Reportage über den jungen Simon gedreht. Simon, 24, ist geboren in Russland und aufgewachsen in Deutschland bei Adoptiveltern. Für mehrere Monaten kämpfte er an der ostukrainischen Front auf der Seite der russischen Separatisten. Simon sucht Heimat und Anerkennung, die er nach Hauptschulabschluss und mehreren abgebrochenen Lehren in Deutschland nicht fand. “Ich bleibe bis zum Tod”, sagt er kämpferisch und avanciert damit auf Facebook zum Helden. “Krieger made in Germany” zeigt ein seltenes, offenes Portrait eines jungen Menschen, zwischen Überzeugung und Zweifeln.

Der ukrainische Filmemacher und Journalist Ruslan Gorovyi hat mit dem Film „Die Ukropen vom Donbas“ ein Paar portraitiert, die im Separatistengebiet lebend, die ukrainische Seite unterstützen und dafür eingesperrt wurden. Trotz der Parteilichkeit der Protagonisten verzichtet der Film auf ein simples Schwarz-Weiß-Schema und gibt einen sehenswerten persönlichen Einblick in die Tragödie des Krieges im Donbas. Die Übersetzerin Natalija Bock ist mit dem Regisseur bekannt und wird den Film kommentieren.

Die russische Reporterin Julia Vishnevets (u.a. für Deutsche Welle Moskau) fuhr im Herbst 2015 ins Kriegsgebiet in der Ostukraine und drehte dort den Film „Haus am Rande“. Dieser Film zeigt das Doppelporträt zweier Frauen mit gleichem Namen (Patronym) Petrovna, fast im gleichen Alter, die einander vermutlich gut verstehen würden. Aber der Krieg hat sie getrennt und auf die verschiedenen Seiten der Kampflinie gebracht. Elena Pagel, die Kuratorin des Abends, ist mit Julia Vishnevets bekannt und wird den Film kommentieren.

Die Journalistin Oxana Evdokimova (Deutsche Welle) moderiert den Filmabend. Zusammen mit den Vortragenden werden Motive, Kontext und Hintergrundinformationen der Filme erläutert und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Das programm-orientierte Kino Thalia bietet sich mit dem angeschlossenen Café dazu als nahezu idealer Ort an.

Foto: Julia Vishnevets, Collage: Elena Pagel

Der Filmabend ist Teil unserer Veranstaltungen zur Europawoche 2016 unter dem Titel „Europas Partner im Osten: Russland, Ukraine & Belarus“”. Zur Übersicht.

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