10 meters of Metz -mit Aleksey Manukyan, 03.06.2014

Der Künstler Aleksey Manukyan aus Armenien präsentierte am 03.06.14 live die Kunstaktion “10 meters”, die letztes Jahr in Metz/Frankreich stattgefunden hat. Manukyan kopiert auf einem zehn Meter langen Kartonband mit Kohle Elemente des Bodenprofils aus dem öffentlichen Raum. So entsteht eine Struktur mit Symbolen und Formen, die uns bewusst macht, dass der Boden unter unseren Füßen mehr als nur eine Standfläche ist. Seit 2011 hat Manukyan “10 meters” nun schon in sieben verschiedenen Städten realisiert, darunter Dresden/DE, Diyarbakir/Tigranakert/TR (2011), Nancy/FR, Shushi/Karabach, Brüssel/BE (2012), Metz/FR und Lublin/PL (2013).

Gezeigt wurde die Präsentation im öffentlichen Raum im Stadtteil Äußere Neustadt in Dresden/DE. Das Event fand im Rahmen des Projekts “Transkaukazja – Caucasian trails in Europe” statt.

“10 meters of Metz” – Art screening in public space mit Aleksey Manukyan
03.06.2014 | 21:00 Uhr | Parkplatz Böhmische Straße am Durchgang zum Nordbad

“In der Kunst gibt erst das individuelle Bewusstsein des Künstlers dem Medium seine Bedeutung. Aleksey Manukyan’s Projekt „10 meters“ kann danach als typisch im Kontext zeitgenössischer Kunst angesehen werden. Während seiner Auslandsreisen, konzentriert sich der Künstler aus Gjumri/Armenien auf den Boden, um diesen in philosophischer Hinsicht als internationales, menschliches und interkulturelles Kommunikationsmittel zu deuten. Durch die künstlerische Komposition am Boden – mit Kanalisationsdeckeln als zentralem Motiv – überprüft er als Autor kritisch den traditionellen Ansatz der Kunst: Kunst im Museum, die sich nicht mit Street Art verträgt.

So wie wir eine Münze im Unterbewusstsein als rund, widerstandsfähig und stark empfinden, so lässt sich dieses Konzept im „10 meters“ Projekt wiederfinden. Denn die runde Form haben Münze und Kanalisationsdeckel gemeinsam. Der Kanalisationsdeckel ist hier als ein neuer Ausgang in die Freiheit zu verstehen. Durch das Abbilden der Straßenoberflächen von Dresden, Kopenhagen, Istanbul und Gjumri unter Einbeziehung der Kanalisationsdeckel tritt der Autor in einen stillen Dialog mit Werten. Diese Werte befinden sich unter unseren Füßen, beinhalten Erinnerungen an die innere und äußere Zeit, Zeitpunkte des Bewusstseins, die die Beziehung zwischen den Lebenden und den Toten verbergen. Dieses Medium befähigt den Künstler zum Zeugen, wie die Kanalisationsdeckel agieren. Sie sind in jedem Land ausnahmslos gleich und können als Stempel oder sogar als Siegel der nationalen Identität verstanden werden.”

Soyan Gohar

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