Bericht aus dem Fotosymposium

Das Fotosymposium hat am 27. 9. mit dem Beitrag von Marcus Oertel über das alte tschechische Adelsgeschlecht, die Berken von der Dubá, in Nixdorf/Mikulášovice in der Böhmischen Schweiz begonnen. Am nächsten Tag liefen alle Teilnehmer (Emílie Mrazíková, Eva Pacalová, Holger Wendland /zugleich Kurator/, Iva Houfková, Josef Málek, Peter Zimolong, Simon Wolf und Yuri Antsipkin) zusammen mit Marcus Oertel von der Gemeinde Zeidler/Brtníky auf die Zeidlerburg/Brtnický hrádek, die damals auch zum Besitz der Berken gehörte. Dann wanderten wir durch das Khaatal/Kyjovské údolí entlang des Baches Kirnitzsch/Křinice nach Zeidler/Brtníky zurück, wo sich viele Umgebindehäuser befinden. Diese Häuser sind nicht nur typisch für das Erzgebirge, sondern auch für andere Regionen. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Umgebindehaus.

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Autor: Iva Houfkova

Kurz vor dem Ziel besuchten wir eine Gaststätte in der Gemeinde Hemmehübel/Kopec, wo wir uns mit einem kalten Bier erfrischten, uns ausruhten und ein gemeinsames Foto machten. Am nächsten Tag wanderten alle Künstler individuell oder zu zweit. Jeder hatte Freizeit und konnte besuchen, was er wollte. Abends trafen wir uns immer zusammen im Restaurant Ron in Mikulášovice und besprachen unsere Erlebnisse vom vergangenen Tag. Einige spazierten zu Fuß, andere näherten sich dem Ziel mit dem Auto an oder fuhren mit dem Rad. Auf unseren Wanderungen durch die Landschaft der Böhmisch-Sächsischen Schweiz kamen wir mit den dortigen Bewohnern über die Geschichte der Region ins Gespräch. Einmal trafen wir einen tschechischen Forstverwalter bei der Touristenbrücke/Turistický most im Khaatal. Er war sehr mitteilsam und erzählte uns, wie es damals vor 16 Jahren vor der Entstehung des Nationalparkes Böhmische Schweiz war (bem. der Nationalpark Böhmische Schweiz entstand im Jahre 2000, Webseite: http://www.npcs.cz/, der Nationalpark Sächsische Schweiz schon im Jahre 1990, Webseite: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/). Seiner Meinung nach waren die Touristen rücksichtsloser gegenüber der Natur als heute. Jetzt gibt es nicht mehr so viele in die Landschaft geworfene Abfälle wie früher. Das ist sehr erfreuliche Nachricht. Der Forstverwalter erzählte auch etwas über die Population der Schwarzstörche im Nationalpark. Es befinden sich nur zwei Paare dieser Störche in der Böhmischen Schweiz. Seiner Meinung nach reguliert es die Natur selbst, weil nicht genug Futter für mehrere Störche zur Verfügung steht. Im Fluss Kirnitzsch leben zwar Forellen, aber es handelt sich dabei um keine allzu große Menge. Wir hörten auch etwas über das damalige Flößen der Baumstämme am Kirnitzsch und über das Auspflanzen der Laubbäume, um wieder Mischwälder im Nationalpark zu erzielen.

Autorinnen: Iva Houfková, Emílie Mrazíková

Am vorletzten Tag besuchten wir nach Sonnenuntergang die nixdorfer Sternwarte mit einer kommentierten Besichtigung. Die Sternwarte in Nixdorf/Mikulášovice gehört zu den ältesten Sternwarten in der Tschechischen Republik. Sie wurde im Jahre 1913 vom Apotheker und Amateurastronom Adolf Kraus im oberen Teil einer Apotheke, die sich im Stadtzentrum gegenüber der Kirche befindet, aufgebaut. Kraus war Mitglied in der Weltastronomiegesellschaft und arbeitete auch mit der Sternwarte in Berlin-Treptow zusammen. Nachdem Kraus im Jahre 1939 gestorben war, wurde die Sternwarte geschlossen und verfiel. Am Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde alles aufgekauft und zerstört. Erst im Jahre 2012 wurde die Sternwartekuppel neu rekonstruiert. Seit 2016 besitzt die Sternwarte ein neues Teleskop namens Merlin, das 1200 mm lang ist (die Brennweite) und hat einen Durchmesser von 152 mm. Das Teleskop bekam die Sternwarte als Spende von dem Herrn Zahajský, dem Besitzer der Firma SUPRA Praha. Diese Firma ist Spezialist für verschiedene Teleskope und Mikroskope. Die Sternwarte plannt in Zukunft die Gesamtrekonstruktion und die Errichtung eines multikulturellen Saales. Die offizielle Webseite der Sternwarte: http://hvezdarnamikulasovice.simplesite.com/

Das alte Foto von der Webseite der Sternwarte: http://hvezdarnamikulasovice.simplesite.com/, das neue Foto aus der Wikipedia: https://cs.wikipedia.org/wiki/Mikul%C3%A1%C5%A1ovick%C3%A1_hv%C4%9Bzd%C3%A1rna Das vom Besuch in der Sternwarte: Emílie Mrazíková.

Am letzten Tag des Symposiums, am 01.10.2016, früh morgens, fuhren wir gemeinsam auf den Aussichtsturm der Tanzplan/Tanečnice, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Es war ein wunderbarer Abschluss des Fotosymposiums in Nixdorf/Mikulášovice.

Autor: Iva Houfková

Herzlichen Dank an alle Beteiligten! 🙂

Wir freuen uns sehr auf ihre Fotos und Geschichten, die im Katalog pARTisanen veröffentlicht werden.

Das Fotosymposium ist Teil des Projekts “Region Ustí – ein europäische Region zum Erleben”, welches wir mit unseren Partnern von Collegium Bohemicum realisieren. Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union gefördert.

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