LebensBILD – Rückblick auf die ersten Veranstaltungen

Spontanität war gefragt. „Schreibt einen Satz auf, faltet den Zettel und gebt ihn in diese Tüte. Zieht einen anderen Zettel  heraus und formt den Satz, den ihr gezogen habt, in ein Bild um“.

Diese Aufgabe stellte Anja Maria Eisen in ihrem Atelierworkshop am 18. Juli im Stadtteilhaus Neustadt. Nur Stoffreste, Schnipsel und Fineliner durften eingesetzt werden und bald raschelte nur noch das Papier im Raum, so konzentriert arbeiteten alle an ihren Werken. Entstanden sind kreative Illustrationen der Sätze, die in großer Runde unter viel Applaus übergeben wurden.

© Elena Pagel
© Elisabeth Renneberg

Das bewies  auch das erste Begegnungscafé am 14. Juli im Johannstädter Kulturtreff e.V. Das Thema war: „Anna und ihr Vater. Patriarchalische Kindererziehung.“ Die Künstlerinnen Elena Pagel und Susanne Schrader sprachen über die gesellschaftliche Bedeutung von freier Kunst und zeigten, wie eigene schmerzhafte Erfahrungen künstlerisch kommuniziert werden können. Schlagende Eltern und schlagende Partner aufs Papier zu bannen, kann bei der Verarbeitung helfen. Aber auch das Erzählen über diese biografischen Erlebnisse ist heilsam und zeigt zudem Gemeinsamkeiten auf – unabhängig von der Herkunft.

Um Erlebnisse ging es am gleichen Tag auch beim Biografieworkshop im Johannstädter Kulturtreff e.V. Dort regten die Künstlerinnen Elena Pagel, Johanna Failer und Nazanin Zandi zum Erzählen einzelner Lebensmomente an. Die Methode des Storytellings wurde erläutert und es gab Tipps für die Umsetzung eines Comics oder einer graphic novel, die später ausprobiert werden sollten. Das Erzählen und Zuhören war jedoch so intensiv, dass die zwei Stunden als viel zu kurz empfunden wurden. Ein gutes Zeichen für diese Form der biografischen Begegnung.

© Elisabeth Renneberg
© Verena Böll

Eine noch intensivere Begegnung mit interaktivem Austausch findet bei den von den Künstlerinnen angebotenen Tandemsitzungen statt. Je eine Künstlerin und eine Teilnehmerin treffen sich, tauschen sich über das Leben in Dresden aus und illustrieren gemeinsam einen biografischen Moment.

Bis Anfang Dezember werden weitere Atelierworkshops, Biografie-Workshops und Begegnungscafés stattfinden, in unterschiedlichen Stadtteilen Dresdens.

Die biografisch-künstlerische Arbeit von LebensBILD fördert die kulturelle Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Projekt ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zur Kunst, zu anderen Lebensentwürfen und zu Gemeinsamkeiten im Leben der Menschen in Dresden.



Text: Dr. Verena Böll (Projektleiterin)


Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.
Das Projekt LebensBILD wird außerdem gefördert vom House of Resources Dresden.

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