Podiumsdiskussion | Montag, 19. November 2018

Der russisch-ukrainische Konflikt im Donbass

Der russisch-ukrainische Konflikt im Donbass

Über die Auswirkungen des Konflikts auf die Zivilbevölkerung und die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Initiativen für humanitäre Hilfe und Kriegsfolgenüberwindung

 

mit
Olexandra Dworezka (Juristin, Menschenrechtsaktivistin bei VOSTOK SOS, Kiew)
Wjatscheslaw Lichatschow (Historiker, Experte für Rechtsradikalismus und Antisemitismus bei VOSTOK SOS, Kiew)
Nikolaus von Twickel (freier Journalist, Osteuropaexperte, Berlin)
Moderation: Tim Bohse (DRA – Deutsch-Russischer Austausch e.V., Berlin)

 

Hintergrund

Der Ausbruch des Krieges in der Ostukraine im April 2014 hat bisher über 10.000 Menschenleben gefordert und eine Welle von weit über einer Million Binnenflüchtlingen ausgelöst, die sich andernorts eine neue Existenz aufbauen mussten.
Obwohl es der internationalen Gemeinschaft durch Verhandlungen, Sanktionen und eine Beobachtermission der OSZE gelungen ist, den Einsatz militärischer Gewalt im Konfliktgebiet einzuhegen, sterben im Donbass nach wie vor jede Woche Menschen. Hunderttausende UkrainerInnen leben entlang der 500 Kilometer langen Kontaktlinie zwischen den Gebieten, die auf der einen Seite von der Kiewer Regierung kontrolliert werden und auf der anderen Seite unter der Herrschaft von Separatisten stehen.
Die sozialen und wirtschaftlichen Grundrechte der BewohnerInnen entlang dieser Linie werden kontinuierlich verletzt. Die lokalen Verwaltungen, die sozialen Sicherungssysteme und die Gesundheitsversorgung funktionieren nur eingeschränkt. Eine angemessene Versorgung älterer Menschen wird kaum gewährleistet, für Kinder sind Schulbesuche wegen der angespannten Sicherheitslage erschwert.
Internationale humanitäre Organisationen lindern die Not der Menschen in der Region. Schon heute werden Kriegsschäden erfolgreich beseitigt und der Übergang in eine friedliche Zukunft vorbereitet. Bei der Verteilung von humanitärer Hilfe und der Überwindung der sozialen Kriegsfolgen spielen AktivistInnen aus der ukrainischen Zivilgesellschaft eine herausragende Rolle. Sie sind in der Region verwurzelt und haben Rückhalt in der ukraineweiten Freiwilligenbewegung, die 2014 während des Euromaidan entstanden ist.

 

In der Abendveranstaltung geben die Juristin Olexandra Dworezka und der Historiker Wjatscheslaw Lichatschow von der Organisation VOSTOK SOS einen Überblick über die gegenwärtige Situation. Sie sprechen über die Auswirkungen des Krieges auf das Leben der Zivilbevölkerung und zeigen auf, welche lokalen Initiativen zur zivilen Konfliktbearbeitung und Kriegsfolgenüberwindung es heute in der Ostukraine gibt. Wjatscheslaw Lichatschow wird darüber hinaus auf den Komplex Rechtsextremismus und Antisemitismus in der Ukraine eingehen.
Nikolaus von Twickel, der regelmäßig auf civicmonitoring.org über die ostukrainischen „Volksrepubliken“ berichtet, gibt Einblicke in die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den ostukrainischen Territorien, die durch Separatisten kontrolliert werden.

Veranstalter

DRA – Deutsch-Russischer Austausch e.V., Berlin (Träger des Projekts „Dialog für Frieden und Verständigung im Donbass“), Berlin
Kultur Aktiv e.V., Dresden
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Dresden

 

Die Veranstaltung wird durch das Auswärtige Amt gefördert.

19. November 2018


19:00 - 21:00

Veranstaltungsort

JohannStadthalle
Holbeinstraße 68
Dresden

Kontakt & Information

info@kulturaktiv.org

Simultanübersetzung deutsch-russisch

Um eine Anmeldung unter info@kulturaktiv.org wird bis zum 18.11.2018 gebeten.