heimSuchungen: Workshop

Das Rahmenprojekt „Sachsen im Dialog“ verfolgt das Ziel, einen wertschätzenden Gedanken- und Meinungsaustausch und eine differenzierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Streitthemen in Sachsen anzuregen. Der Fokus liegt auf den Transformationserfahrungen seit der friedlichen Revolution und Wiedervereinigung. Zu oft wird der gesellschaftliche Dialog allerdings erschwert oder unmöglich gemacht. Betrachtet man gegenwärtige Entwicklungen in der politischen Landschaft, kommt man schnell zu dem Punkt, dass sich viele Protestphänomene aus tieferliegenden Irritationen speisen. Wer die Spaltungstendenzen in der Gegenwart verstehen will, muss sich daher mit dem Ressentiment als Basis für den Populismus befassen.

Gemeinsame Lektüre und Austausch zu Heimat und Fremde in Dialog und Transformation, Ressentiment und Populismus

Unsere Referenten vermitteln ein differenziertes Verständnis der Grundlagen und Gefährdungen des gesellschaftlichen Dialogs, populistische Phänomene werden näher vorgestellt. Und natürlich bietet der Workshop den Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten, aktiv in den gemeinsamen Dialog einzutreten, diesen zu betrachten und kritisch zu reflektieren.

Einführung | Heimat und Fremde (im Dialog)

Widersprechen sich Heimat und Fremde(s)? Oder ist Heimat immer auch auf Fremde(s) angewiesen, um nicht zu Kitsch, Idylle und Ideologie zu pervertieren?

Themenblock 1 | Transformation, Ressentiment und Populismus

Inwiefern lassen sich die Wiedervereinigung Deutschlands und Geschichte der deutschen Einheit seit 1990 auch als Geschichte von „HeimSuchungen“ verstehen?

Führten die gesellschaftlichen Transformationen in Folge der friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung auch zum Verlust von Heimat?

Gründen in diesen traumatischen Erfahrungen ressentimentale Kräfte, welche die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung bis heute mitbestimmen und die von populistischen Akteuren mobilisiert und funktionalisiert wurden?

Themenblock 2 | Transformation, Ressentiment und Populismus

Wie kann man dieses strategisch-funktionalistisches Kalkül durchschauen? Wie ihm angemessen begegnen und demgegenüber einen friedlichen, wertschätzenden gesellschaftlichen Dialog (gerade auch im Horizont dieser herausfordernden Transformationen und spannungsvollen Heimatsuchen) fördern?

Resümee


Dr. Robert Müller lebt und arbeitet als freier Autor in Erfurt und publizierte 2019 – von den lokalen gesellschaftlichen und politischen Konflikten angestoßen – eine thematisch passgenaue Monografie zum „Ressentiment – Wiege des Populismus“. Wie populistische Positionen, dazu beitragen Gespräche zu sprengen erläuterte unser Referent ebenfalls im Interview mit MDR Thüringen.

Jan Ludwig, ein junger Redakteur, freier Journalist und Kosmopolit, studierte Philosophie und Zeitgeschichte in Paris und in Dresden. Er veröffentlichte 2018 eine Monografie zum „Populismus“, in der erklärt wird, wie Populismus funktioniert und wie er selbst in Demokratien wirksam genutzt wird. Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur äußert sich unser Referent zur Anfang September vorgelegten “Populismus-Studie” der Bertelsmann-Stiftung.


Eine Veranstaltung im Rahmen von Sachsen im Dialog und der dreitägigen Veranstaltung heimSuchungen.

 

Kooperationspartner

 

Gefördert durch

 

10. Oktober 2020


09:30 - 17:00

Veranstaltungsort

Soziokulturelles Zentrum E-Werk Oschatz
Lichtstraße 1
Oschatz

Kontakt & Information

info@kulturaktiv.org

Anmeldung
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Die Plätze sind jedoch begrenzt. Wir bitten daher um vorherige Anmeldung bis 02.10.20 per Mail unter info@kulturaktiv.org oder telefonisch unter 0351-811 37 55.