Kunst im Dialog – Unterwegs in der Oberlausitz

Fotografie: Elena Pagel

Aller guten Dinge sind drei: Kunst im Dialog in Nebelschütz!

Vergangenen Samstag hatten wir nach intensiven Vorbereitungen in Nebelschütz den dritten und letzten Auftritt von Kunst im Dialog. Am Nachmittag startete unsere Dialog-Wanderung zum Thema “Permakultur – Vergangenheit mit Zukunft?” am Steinbruch Miltitz. Das ist mittlerweile ein einmaliges Kunst- und Naturkleinod, wo unsere Partner von Steinleicht e.V. jährlich internationale Bildhauerwerkstätten durchführen. Permakultur-Experte Thomas Noack erklärte das Konzept als einen konsequenten Weg zu einer kreislaufartigen, nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft, die stets auch das soziale und kulturelle Leben der Menschen vor Ort im Blick behält. Begriffe wie Nützlinge, Wildniszone oder Energiepunkt wurden mit den Teilnehmenden diskutiert. Was ist beobachtbares Phänomen, was wissenschaftliche Erkenntnis, was gefühlte Hypothese? Es waren nicht immer alle einer Meinung, aber der Austausch war offen und überaus aufschlussreich. Weiter ging es zu einem derzeit im Bau befindlichen Permakultur-See, an dem im Rahmen des Projekts “Njebjesa” (sorbisch für Himmelsort, in Anspielung an den sorbischen Namen von Nebelschütz, Njebjelčicy) ein Permakultur-Bildungszentrum entstehen wird.

Zurück in Miltitz war unser Ziel eine alte Scheune, in der die Künstlerin Stefanie Dittmann die Installation “So tragen wir die 30 Jahre” vorstellte. Aussagen der Bewohnerinnen und Bewohner von Nebelschütz wurden mittels Cyanotypie auf weiße T-Shirts gedruckt und in einer spannenden Raumkomposition im Gebäude ausgestellt. Die Künstlerin Stefanie Dittmann schilderte dabei ihre Erfahrungen, die sie bei den Gesprächen mit den Menschen während ihres zweiwöchigen Aufenthalts vor Ort gesammelt hatte. Manche erzählten ausführlich, wie sie die Veränderungen durch Wende und Wiedervereinigung erlebten. Die einen waren sehr positiv gestimmt, andere ließen ihrer Frustration über das Erlebte freien Lauf. Und manche schüttelten den Kopf und blieben stumm. So wurden sowohl optimistische als auch kritische Kommentare sowie leere T-Shirts in die Installation aufgenommen. Die rund 40 Gäste diskutierten lange und angeregt, darunter auch der Nebelschützer Bürgermeister Thomas Zschornak.

Wir freuten uns sehr über dieses gelungene Resultat nach einem intensiven und zugegeben kräftezehrenden Entstehungsprozess vor Ort. Manchmal führt der steinige Weg besser zum Ziel als der bequeme! Herzlich danken möchten wir auch der Firma PTH Group für das anteilige Sponsoring der T-Shirts und der Familie Neumann, die die Scheune für unsere Aktion zur Verfügung stellte! Dass Dialog wichtig ist, zeigte uns auch dieser Tag. Obwohl Nebelschütz als aufstrebende und innovative Gemeinde bekannt ist, begegnet man durchaus Frustration über die letzten 30 Jahre und Skepsis gegenüber neuen Ideen wie der Permakultur. Wir denken, Kunst im Dialog konnte einen Impuls für einen offenen Austausch geben.

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