Music without borders 2012

Mit dem Projekt Music without Borders werden nichtstaatliche Organisationen und Interessenverbände, sog. non-governmental organizations (NGOs) auf dem Balkan bei der Verbreitung von Kunst und Kultur in der multiethnischen Gesellschaft unterstützt. Das soll durch den Aufbau und Beratung von inter- und intraregionalen Partnerschaften zwischen Kulturorganisationen auf dem Balkan und EU-Ländern erreicht werden.

Die Leitung unterliegt dem Verein KulturAktiv mit Sitz in Dresden. Partner auf dem Balkan sind die die Vereine Taksirat aus Skopje, Mazedonien und Generator aus Vranje, Serbien, sowie die “Youth peace group Danube – YPGD” aus Vukovar, Kroatien. Insgesamt profitieren 18 NGOs vom Balkan, sieben aus Deutschland, sowie deren vielfältige bestehende Kontakte und Partnerschaften in Europa und auf dem Balkan von dem Projekt.

Ziel des Projektes ist auch, die Kommunikation zwischen NGOs und Behörden in einer demokratisch-partizipatorischen Gesellschaft zu verbessern. Durch erhöhte Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der NGOs werden sie zu wichtigen Gesprächspartnern der öffentlichen Verwaltung im politischen Entscheidungsprozess. Im Rahmen von Praktika und Workshops in deutschen Kulturorganisationen lernen Vertreter der NGOs vom Balkan das Zusammenwirken von Gesellschaft, Verwaltung und Regierung kennen und können somit zurück in ihrem Land ihre eigene Beteiligung an der Politikentwicklung erhöhen.

300 jungen Vertretern der Musikbranche, wie Musikern, Technikern, Promotern, Musikverlagen, Managern aus den Zielstädten Vranje, Vukovar und Skopje soll es mit Hilfe der NGOs ermöglicht werden, Zugang zu Know-How, praktischen Informationen und Infrastruktur zu erhalten, die für die Organisation von Festivals, Konzerten und anderen Musikveranstaltungen benötigt werden. Dabei werden besonders Menschen aus ethnischen Minderheiten gefördert. Bei der praktischen Anwendung der neuen Fähigkeiten profitiert zusätzlich das Publikum der organisierten Veranstaltungen.

Veranstaltungen 2012

Im zweiten Projektjahr wurden folgende Aktivitäten durchgeführt:

Balkan Streets Festivals 2012
Die Balkan Streets Festivals werden seit 2008 in verschiedenen Städten des westlichen Balkans durchgeführt, darunter in den am Projekt beteiligten Städten Vranje und Vukovar. Hinter der Idee verbirgt sich nicht nur, lokale Musikgruppen live im Straßenbild zu präsentieren und damit der lokalen Szene eine Präsentationsmöglichkeit zu schaffen, sondern ebenso der Ansatz grenzüberschreitenden Bandaustausches. Damit sollten wie bei „Music Without Borders“ musikalisch Grenzen überschritten werden. Neben der Teilnahme einer sächsischen Band und einer lokalen Gruppe fanden Gastspiele kroatischer und mazedonischer Musiker statt.
Die Dresdner Gruppe „Marracash Orchestra“ machte sich Ende Juni auf den weiten Weg, um an beiden Festivals teilzunehmen. Drumherum absolvierten sie noch neun weitere Konzerte und legten 5.800 Kilometer zurück. Zusätzlich präsentierte sich die Gruppe auf den beiden Konferenzen im Rahmen des Gesamtprojektes „Music Without Borders“ in Vukovar (2011) und Skopje (2012) mit einem eigenen Stand und konnte dort weitere wertvolle Kontakte für zukünftige Auftritteknüpfen.
Studienreise
Ein wichtiger Bestandteil des zweijährigen Gesamtprojekts „Music Without Borders“ war die Durchführung einer Studienreise von Kulturvertretern der vier Partnerländer Serbien, Kroatien, Mazedonien und Griechenland nach Sachsen im September 2012. Da nach der politischen Wende 1989 im Kultursektor der neuen Bundesländer ähnliche Reformprozesse gestaltet werden mussten, konnten die Balkanländer aus den hierzulande gesammelten Erfahrungen lernen.
Im Laufe eines 7-tägigen Aufenthalts wurden den Vertretern aus Kulturverwaltungen und freien Kulturvereinen Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen staatlicher Kulturverwaltung und freien Kulturorganisationen in Sachsen gewährt. Der Mehrwert des Projektes bestand neben den Lerneffekten anhand der sächsischen Beispiele vor allem aber in der überregionalen Zusammenarbeit der beteiligten Partner. Mit Präsentationen über die aktuelle Lage in ihren Kommunen zu Beginn der Studienreise leisteten die Teilnehmer einerseits einen aktiven Beitrag zum Projekt, andererseits eröffneten diese eine sachliche Debatte im Bereich der Kultur. Die gewonnene Erfahrung ähnlicher Problemlagen und Erarbeitung möglicher Lösungswege im Verlauf der Studienreise sollte den grenzüberschreitenden Austausch befördern und somit einen Beitrag zur Verständigung und Aussöhnung leisten. Eben deshalb wurden die Partner aus diesen Staaten ausgewählt. Die Gräben zwischen Kroatien und Serbien, Mazedonien und Griechenland sind noch immer tief und mithilfe zivilgesellschaftlicher Projekte wie „Music Without Borders“ können Schritte der Annäherung auf der Ebene der aktiven Bürgerschaft gegangen werden.
PIN Konferenz
Im Rahmen des Projektes reisten vom 23. bis 25. November 2012 27 deutsche Experten aus den Bereichen Zivilgesellschaft und Musik zur internationalen „PIN Music Conference“, die den Höhepunkt und Abschluss des zweijährigen Projektes „Music Without Borders“ bildete. Zur „PIN Music Conference“ kamen ca. 200 Teilnehmer aus ganz Europa, um sich Vorträge zu Themen des Musikgeschäfts und des Kulturbetriebs anzuhören und mit Experten zu diskutieren.
Die mitgereisten Experten konnten die Konferenz und die einhergehenden Veranstaltungen nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen, die für zukünftige Projekte höchst wertvoll sind. Taksirat-Festival 2012
Alljährlich im Dezember lockt das Taksirat-Festival in Skopje seine Besucher mit einerMischung aus lokalen Bands und internationalen Highlights. Im Jahr 2012 fand es bereits zum 14. Male statt und präsentierte erstmals auch eine Band aus Sachsen. Unsere Wahl fiel auf die Dresdner Gruppe „Herzz“, da diese bereits einmal in Skopje im Rahmen der Städtepartnerschaft gespielt hatte. Die Band,die sich aus den vier Musikern Tobias Hallbauer, Jörg Schittkowski, Stefan Fuhrmann und Stefan Mieth zusammensetzt, konnte leider nicht in dieser Besetzung nach Skopje reisen. So war die nunmehr 2-köpfige Band gezwungen, ihr Programm umzugestalten. Da Jörg Schittkowski und Stefan Fuhrmann über jahrelange Erfahrungen als Musiker verfügen und auf ein großes Repertoire an Stücken zurückgreifen können, gelang es ihnen innerhalb kürzester Zeit, ein abgeändertes aber gleichwertiges Set für das Konzert in Skopje zusammenzustellen. HERZZ spieltenam 24.11.um20:30 im Kino Vadar 1

 

Förderung

Das Projekt „Music without Borders“ wurde im gefördert von der Europäischen Union, der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms EU Aid/IPA, dem Auswärtigen Amt der BRD, dem Goethe-Institut, der Stadt Dresden, dem Freistaat Sachsen, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Robert-Bosch-Stiftung, der European Cultural Foundation und einigen mehr.

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