Sachsen im Dialog – Vorgängerprojekte

Die Idee zum Projekt Sachsen im Dialog wurde nicht aus der Luft gegriffen. Das ‘Warum’ ergibt sich aus einer Kombination aus Biografie-/Vergangenheitsarbeit mit Blick auf das 30. Jubiläum der friedlichen Revolution und Wiedervereinigung, die Beoabachtung gegenwärtiger diskursiver wie gesellschaftlicher Spannungen.

Für die Frage des ‘Wie’ greifen wir u.a. auf Erfahrungen und Kontakte des Projektteams zurück. Zu den zentralen Anknüpfungspunkten zählen das Journalismus-/Medienprojekt Spuren des Miteinanders (Kultur Aktiv, 2018) und das Verständigungsformat demoSlam (Hertie Innovationskolleg, 2018). Die Initiatoren beider Formate wenden ihre Konzepte nun im sächsischen Kontext an – mit dem Ziel, den Austausch zwischen Regionen, Stadt und Land zu stärken.

demoSlam

Das Verständigungsformat ‘demoSlam’ wurde 2018 im Hertie Innovationskolleg von Evgeniya Sayko in Anlehnung an Formate wie Science- oder Poetry-Slam entwickelt und feierte seine Premiere mit Unterstützung des Auswärtigen Amts in Ekaterinburg, in Kooperation mit dem Jelzin Zentrum, und in Dresden, in Kooperation mit riesa efau. Ursprünglich auf den deutsch-russischen Kontext ausgerichtet, besteht es aus einem Workshop zur konstruktiven Auseinandersetzung mit konfliktbeladenen Themen und einer Präsentation in Paaren mit kontroversen Meinungen.

Cornelia Reichel (Projektleiterin, Sachsen im Dialog) hat bereits den deutsch-russischen demoSlam in Dresden koordiniert, gemeinsam mit ihr ist die Idee der Weiterentwicklung auf sächsische und deutsche Kontroversen entstanden. Die Initiatorin und Trainerin des deutsch-russischen demoSlam Dr. Evgeniya Sayko wird die Weiterentwicklung begleiten und den Workshop durchführen sowie die Slammerinnen und Slammer vor den Veranstaltungen beraten. Weitere Informationen unter demoslam.org

“Der demoSlam ist perfekt, um sich besser kennen zu lernen, um die eigene Meinung besser zu verstehen und sie so zu äußern, dass auch andere sie akzeptieren können.”

Regina Khvastunova, Teilnehmerin

Spuren des Miteinanders

Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt ‘Spuren des Miteinanders’ unter Leitung von Fotograf und Journalist Matthias Schumann verfolgte das Ziel, Mitgliedern der Zivilgesellschaft aus Russland und den Südkaukasusstaaten (Armenien, Aserbaidschan, Georgien) die Möglichkeit zu geben, als (angehende) Bürgerjournalisten den zivilgesellschaftlichen Dialog zu fördern, sich zu vernetzen und damit den Austausch zwischen Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken zu stärken. Die Bürgerjournalisten verbesserten ihre Fähigkeiten in den Bereichen Fotografie, Text, Video und Social Media unter der Anleitung von erfahrenen Medientrainern im Rahmen eines Workshops.

Im ersten Schritt der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem “Anderen im Eigenen” suchten die kaukasischen Workshopteilnehmer nach russischen Spuren in ihren kaukasischen Heimatländern und produzierten daraus journalistische Beiträge. Im Anschluss gingen die kaukasischen Bürgerjournalisten gemeinsam mit russischen Interessierten in einem 10-tägigen Workshop kaukasischen Spuren in der Stadt Uljanowsk nach. Sie interviewten u.a. Vertreter der kaukasischen Minderheiten in der Wolgastadt, arbeiteten Geschichte und Geschichten auf. Die Ergebnisse dieser Recherchen wurden multimedial in zwei Ausstellungen präsentiert. Eine Auswahl an Beiträgen und einen tieferen Einblick gibt die projektbegleitende Printpublikation ‘Traces of Togetherness’ (kostenloser Download HIER).

Sachsen im Dialog erprobt innovative Methoden, um eine lebendige und streitbare Gesprächskultur zu (re-)aktivieren. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Gemeinden treten in den innersächsischen Dialog über alltagsnahe Erfahrungen und Meinungen, zu Themen, die gesamtgesellschaftlich von Bedeutung sind. Diverse Projektmodule (Workshops, Diskussionsveranstaltungen) tragen dazu bei, Begegnungen und Austausch zwischen Dorf- und Stadtbewohnern aus fünf sächsischen Gemeinden – Oberlausitz, Erzgebirge, Dresden, West- und Nordsachsen – zu schaffen.

Das Projekt Sachsen im Dialog wird gefördert von

 

 

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