Sachsen im Dialog

Ein überregionales Projekt zur (Re-)Aktivierung des gesellschaftlichen Diskurses im Freistaat Sachsen.

Sachsen im Dialog erprobt innovative Methoden, um eine lebendige und streitbare Gesprächskultur zu (re-)aktivieren. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Gemeinden treten in den innersächsischen Dialog über alltagsnahe Erfahrungen und Meinungen, zu Themen, die gesamtgesellschaftlich von Bedeutung sind. Diverse Projektmodule (Workshops, Diskussionsveranstaltungen und künstlerische Präsentationen) tragen dazu bei, Begegnungen und Austausch zwischen Dorf- und Stadtbewohnern aus drei sächsischen Gemeinden - Oberlausitz, Erzgebirge, Dresden - zu schaffen.

Zeitraum
07.2019 - 03.2020

Projektbeteiligte
Cornelia Reichel (Projektleitung)
Evgeniya Sayko
Matthias Schumann
Thomas Haase
Marucs Oertel
Michael Merkel
Simon Wolf
Christin Finger

Partner
n.n.

Kontakt
cornelia.reichel@kulturmanager.net

News aus dem Projekt

‘Gehört werden’ ist eine Forderung, die breite Teile der Gesellschaft stellen, aber nicht immer im gleichen Maße die Bereitschaft zum Zuhören hervorbringen. Der Bedarf an Erzählungen und Diskussionen bleibt jedoch bestehen. Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs im Freistaat Sachsen ist 30 Jahre nach der friedlichen Revolution ebenso laut wie sprachlos. Meinungsaustausch auf Augenhöhe, bei welchem dem Gegenüber tatsächlich zugehört wird, unterschiedliche Begriffsverständnisse angenommen und verstanden werden, findet zu wenig statt. In den vergangenen Jahren haben Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung in vielen Teilen des Landes zwar etliche Gesprächsformate ausprobiert, doch sind ländliche Gemeinden als Aktionsraum und die Verknüpfung zwischen Land und Stadt noch immer unterrepräsentiert. Daher besteht Bedarf an regionsübergreifenden und nachhaltig verbindenden Formaten und Aktionen.

Unser Projekt verfolgt das Ziel, einen wertschätzenden Gedanken- und Meinungsaustausch und eine differenzierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Streitthemen in Sachsen anzuregen, welche sich auf die Transformationserfahrungen seit der friedlichen Revolution und Wiedervereinigung beziehen. Kultur Aktiv hat langjährige Erfahrungen mit zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung der Transformation in Osteuropa - jetzt bringen wir Kompetenzen und Methoden aus unserer Arbeit ein, um sie in Sachsen anzuwenden. Denn trotz aller Unterschiede gibt es viele Gemeinsamkeiten bei den Herausforderungen, welche ein solch massiver gesellschaftlicher Wandel mit sich bringt. Ganz bewusst gehen wir hier auch auf Unterschiede zwischen Land (Oberlausitz & Erzgebirge) und Stadt (Dresden) ein. Der so angeregte Dialog soll dazu beitragen, Gegensätze auszugleichen und positiv auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen hinzuwirken.

Unterschiedliche Austauschformate werden den Dialog in den Gemeinden und zwischen den Regionen ermöglichen - auf der Bühne und im Publikum. Dazu wird die Teilnahme an Workshops in drei Projektmodulen sowie Abendveranstaltungen angeboten:

  • demoSlam
  • Bürgerjournalismus
  • Videokunst

Über Netzwerkpartner und weitere Multiplikatoren werden per Ausschreibung Workshopteilnehmer und Künstler aus der Oberlausitz, dem Erzgebirge und Dresden gesucht. ‘Bürgerjournalisten’ dokumentieren u.a. die ‘demoSlam’-Veranstaltungen in ihrer Heimatregion. Die ‘Slammer’ präsentieren ihre Sichtweisen in allen drei beteiligten Gemeinden und gehen mit dem entsprechend unterschiedlich zusammengesetzten Publikum ins Gespräch. Das Kulturprogramm am jeweiligen Veranstaltungsabend wird u.a. mit der Unterstützung lokal-regionaler Künstler gestaltet. In allen Projektmodulen wird der gemeinschaftliche Dialog, egal ob kontrovers oder konsensorientiert, in und über die Regionen hinweg gesteigert.

Förderer

Das neue politische Bundesprogramm MITEINANDER REDEN ist initiiert und wird finanziert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Es findet statt mit Unterstützung durch den Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGb), der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) und dem Deutschen Volkshochschulverband und wird von der Bildungsagentur labconcepts als Programmbüro realisiert.

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