Wir trauern um Mirko Sennewald


Liebe Vereinsmitglieder,

heute morgen erhielten wir die Nachricht vom Tod unseres guten Freundes und Vereinsvorsitzenden, Mirko Sennewald. Es fällt aktuell sehr schwer, Worte für diesen Verlust zu finden. Unser ganzes Beileid ist bei seiner Familie und seinen engsten Angehörigen, die wie wir alle einen ganz besonderen Menschen verloren haben.

Wir bitten, von Fragen zu den genaueren Umständen abzulassen und werden uns nach einer angemessenen Zeit der Trauer hier wieder melden.

In großem Mitgefühl,
Der gesamte Kultur Aktiv e.V.


Die Beisetzung findet am Montag, 20. November, um 13 Uhr auf dem Markusfriedhof in Dresden Trachenberge, Hubertusstraße 1, statt.


Kondolenzschreiben


Esther Kloß | Dresden

Hallo Mirko. Ich bin zu tiefst erschüttert über die traurige Nachricht dass du uns verlassen hast. Ich habe es erst jetzt erfahren. Ich hoffe nur, dass du es gut hast.
Ich bin total traurig das wir es nicht geschafft haben ein Klassentreffen zu organisieren.
Du warst ein super Klassenkameraden der mich so genommen hat wie ich sein mußte weil meine Mutter es so wollte. Nie hast du mich ausgelacht, nur mit mir gelacht und ab und zu Unsinn gemacht. Vor allem im Matheunterricht. Du warst absoluter Eisenbahnfan und hast mir ab und zu abgemagert Eisenbahnbilder geschenkt.
Ich habe mich immer gefreut wenn ich dich in der Neustadt getroffen habe. Ruhe in Frieden. Deine Klassenkameraden Esther Gerischer


Kathrin Möbius | Dresden

Liebe Familie von Mirko,

hier schreibt die Freundin von Padex (einem Freund aus dem Kreis von Kulturaktiv). Ich möchte mein Beileid aussprechen oder vielmehr ausschreiben. Letzten Monat habe ich meine Omi verloren und das tut weh, aber wie es ist seinen Sohn, Mann oder Vater zu verlieren, mag ich mir kaum vorstellen.
Ich möchte bei der Gelegenheit vor allem auf eine Freundin von mir aufmerksam machen, die vor 8 Jahren ein ähnliches Schicksal getroffen hat: Sie hat ihren Mann und Vater des gemeinsamen Sohnes, der zu dem Zeitpunkt gerade einmal 9 Monate alt war, verloren. Mittlerweile hat sie es geschafft, aus diesem Schicksalsschlag Kraft zu schöpfen und hilft anderen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. Ihr Name ist Anja Plechinger und sie hilft, der Trauer Worte zu schenken – auch schöne. Mehr erfahren Sie auf ihrer Homepage http://trostkunst.de/. Vielleicht kann sie eine kleine Hilfe sein.

liebe Grüße

Kathrin


Anne Wiebelitz

Lieber Mirko,

wenn ich hier lese, wieviele Menschen du inspiriert, mit ihnen Pläne gemacht und verwirklicht, gelacht und getrunken, diskutiert und gestritten, und die Welt verändert hast, dann kommt zu meiner Trauer über deinen Tod das warme Gefühl, dass du dieses eine Leben sehr intensiv gelebt hast – auf eine gute Weise im Bewusstsein deiner Vergänglichkeit.

In meine Erinnerungen an die gemeinsame kulturaktivistische Zeit mit dir schwingt oft etwas abenteuerliches mit: ob ein lang diskutierter Grenzübertritt nach Belarus auf einer Tour mit The Ancient Gallery, einem geheimen Seminar in Estland, durchfeierte Nächte auf Schloß Nickern… 2005 haben wir uns bei Kultur Aktiv kennengelernt, und eins ist klar, mein Leben wäre anders verlaufen ohne diese Begegnung mit dir. Und ohne die Wege in die Welt, die sich durch dein pragmatisches und zugleich immer visionäres “einfach mal los machen” für mich eröffnet haben. Dafür dank ich dir sehr.

„Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter.“

Ahoj und paka, lieber Mirko. Und ich wünsche denjenigen, die Mirko sehr viel näher standen als ich, viel Kraft und einen „guten“ Weg durch eure Trauer und euer Abschiednehmen.

Anne


Larry | Kultur Aktiv e.V. | Dresden

Mr. S,

Unser Einstieg: „Dann mach´s doch selber, wenn Du alles besser weißt. Und das Kultur Aktiv – Klo ist das linke, das rechts gehört dem Lenin.“ – Das war 2006 und mein herzlicher Einstieg (mit dem Pragomania) in den K.A.

Unser Ausstieg dann wenige Stunden vor deiner finalen Auslandsreise aus Radebeul über ein Jahrzehnt später. Immerhin: Mal ganz ohne Visa-Probleme und „kreativen Abrechnungs-Ideen“.

Deine in den letzten Tagen so oft beschriebene Willensstärke sowie deine pragmatische Art hat bei uns allzu oft spannende sowie stellenweise auch heftige Reibungen hervorgebracht. – Über ein Jahrzehnt. – Projektbezogen. Vor allem aber menschlich.

Ich habe mich stets für einen optimistischen, humoresken und nicht allzu sentimentalen Zeitgenossen gehalten. – Nun stehe ich vor der vollendeten Tatsache, dass nichts und niemand dies auf diesem sehr speziellen Niveau weiterführen oder ersetzen kann.

Da ist final etwas weggebrochen, was sich weder mindern und schon gar nicht kompensieren lässt.

Du hast mein Leben ungefragt massiv bereichert und dabei (trotz meiner eher nach wie vor überschaubaren 1,69) elementar zu meinem Wachstum beigetragen.

Ganz Lieben Dank für alles was Du für mich in all der Zeit getan hast.
Es tut weh. Es tut richtig scheiße weh.

Larry


Monika und Rainer Sennewald | Freiberg

Liebe Kulturaktivisten und Freunde,

heute möchten wir als Eltern von Mirko hier wenige Worte des Dankes aussprechen.

Wir sind in unserer Trauer überwältigt von all euren erinnernden und tröstenden Worten, die uns zeigen, wie gut er in seiner großen und breiten sozialen Lebenssphäre vernetzt und in dem Sinne auch glücklich war und welch große Lücke sein Tod hinterlässt.

Ein besonders herzlicher Dank geht an all jene, die in den letzten Monaten so zuverlässig und einfühlsam bei Besuchen, Nachtdiensten, Versorgung mit Süßem, Zigaretten etc. mithalfen, ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Besonders eindrucksvoll war es für alle, die sich die Zeit genommen haben, mit Mirko über seinen Abschied von der Welt und das gemeinsame Erleben in Ruhe zu sprechen. Mirko war danach mit sich und seinen großen Freundes- und Bekanntenkreis und seinem Sohn Cosmo im Reinen, als er ging. Eine Leistung, die wir mit Hochachtung schätzen.

Ihr wart ihm und uns eine ungeheuer große Hilfe, wofür wir euch von ganzem Herzen danken. Man bleibt in Verbindung, auch das hat Mirko noch bewirkt.

DANKE Monika und Rainer Sennewald


Claudia Seidel | Fit Together | Dresden

Lieber Mirko,
erst heute habe ich erfahren, dass Du von uns gegangen bist.
Ich bin unendlich traurig und erinnere mich sofort an unsere letzte Begegnung. Ich habe Dich gedrückt und Dir alles Liebe und Gute gewünscht.
Mein herzliches Beileid geht an Deine Familie und nahe Angehörige.
Da wo Du jetzt bist geht es Dir gewiss gut. Schön, dass ich Dich kennenlernen durfte!!!
Claudia


Marcus Oertel | Kultur Aktiv | DD

Lieber Mirko, wir lernten uns 1997 an der Uni kennen, als ich einen neuen Bassisten für meine damalige Metal-Band suchte und Dich ansprach, weil Du genauso aussahst. „Das kann auch täuschen“, war Deine Antwort, verbunden mit einem schelmigen Grinsen. Bald entdeckte ich, dass Du nicht die Frontsau, sondern der fleißig arbeitende Stratege im Hintergrund warst. Und so hast Du The Ancient Gallery, transmusic, Transkunst, Kultur Aktiv und viele Projekte und Initiativen mit aufgebaut und geleitet.
Wir sind dabei viele Jahre gemeinsame Wege gegangen, haben verwegene Griffe nach den Sternen, deprimierende Niederlagen und bahnbrechende Erfolge durchlebt. Wir waren nicht immer einer Meinung, hatten aber eine gemeinsame Basis, die immer gehalten hat. Manchmal fehlte mir ein echter Freund in Dir, den ich sehr gebraucht habe. Aber Dir ging es um die große Idee der Freiheit, die über uns allen steht und sich nicht in Freundschaften erschöpft. Du hast mich dabei ein gutes Stück in Deinen Bann gezogen und mich dadurch auch geprägt – dafür bin ich Dir sehr dankbar!
Dein Outfit hast Du nie geändert in den vergangenen 20 Jahren, auch dafür Respekt! Manchmal standst Du dadurch im Windschatten der seriösen Schlipsträger. Aber wer sich auskannte, hat Dir den gebotenen Respekt entgegengebracht. Du hast Dir die Freiheit genommen, unkonventionell zu sein und zu bleiben, und vielen Menschen damit ein Stück Freiheit gegeben: Die Fähigkeit, erst einmal selbst zu denken und nicht in erster Linie den Konventionen zu folgen. Das bleibt – danke Mirko!


Dirk Peisker | Skybird e.V. | Leipzig

Lieber Mirko, ich denke mal lange zurück und könnte Bände schreiben… Eher zufällig haben wir uns im “Lager für Arbeit & Erholung” zur Obsternte bei Groß Kreutz im Havelland kennengelernt. Damals noch als Schüler und ich glaube das war 1988. Wir standen auf den Feldern und schauten begeistert träumend den Fliegern zu, die tief über unseren Köpfen in Richtung West-Berlin flogen – Pan Am A310, B727 und so. Die Begeisterung für die Luftfahrt teilten wir viele Jahre als Hobby. Ich erinnere mich an unsere Gründung der Skybird IG (heute Skybird e.V.) zum Tag der Währungsunion. Dann die ganzen wilden Fototouren in östliche Richtung auf der Jagd nach Flugzeugen bis in die 90er hinein. Der Dauerregen in Warschau, das Mini-Zelt, alle Klamotten völlig durchnässt, doch Hauptsache unsere Fotoausrüstung blieb trocken. Deine erste Bude in Freiberg, in diesem uralten Haus. Wir tranken dort Abends Rotwein (was sonst…), aber billiges Zeug und waren happy, die 2 Liter für schlappe 2 Mark zu bekommen. Weißt du noch in Budapest, als wir dir in deine Jack Daniel’s Flasche ein gleichfarbiges Cola-Gemisch abgefüllt haben? Das ging natürlich gar nicht und was hast du darauf in der Jugendherberge getobt… 😉 Ich denke an die bunten Silvestertouren in der Hohen und Niederen Tatra. Wir feierten Neujahr zur Teilung der CSSR in Poprad, hatten winterliche, immer feucht-fröhliche Partyabende in den Hütten von Krpáčovo, in der Biotika, im Hotel Junior und dem Hotel Partizan. Dresden, das JuliA-Büro im Bischofsweg mit langen Debatten, Wein & Bier. “A17 – Zum Frühstück nach Prag”, genial! Ich habe diesen Slogan noch immer im Kopf, wenn’s auf der A17 nach Prag geht. Die Kneipe “10.000 Fuß” in Freiberg. Wir schleppten alte Flugzeugteile zur Innendeko heran. Organisationstalent ist alles und das hattest du immer! Später “Ancient Gallery”, die Band. Mit dem Trabbi chauffierte ich dich als Bandmanager nach Eppendorf in deren Proberaum. Dafür gab’s tolle Live-Mucke und natürlich Wein. Konzerte hier, Konzerte da und ich machte Fotos. Naja, die Jahre gingen ins Land und jeder seiner Wege. Ich blieb eher dem Luftfahrthobby treu und du hast dich wichtigeren Dingen gewidmet, für die wir dich alle kennen und schätzen. Zuletzt waren es die CargoGallery und unterhaltsame Vorträge bei den “Winterreisen”. Doch mit der plötzlichen Nachricht von deinem Tod hatte ich nicht gerechnet. Dort wo es Grenzen gab und gibt, hast du sie mit deiner lockeren Art & emsigen Aktivität überwunden und es immer geschafft sie ein wenig aufzubrechen. Mirko, was soll ich sagen? Du hast dein ganzes “halbes Leben” intensiv gelebt und mehr erreicht, als viele in ihrem “ganzen Leben” je erreichen werden. Du hinterlässt eine große Lücke bei deiner Familie, deinen Eltern und deinen Freunden. Auch im Namen des Skybird e.V. nehmen wir von dir Abschied. Du bleibst mir, du bleibst uns in guter Erinnerung. Mach’s gut, Mirko! Nu… 😉


Regine | Dresden

Lieber Mirko, ich kam voller Wärme aus Afrika zurück und erfuhr von Deinem Weggang. Da war es gleich noch ein bisschen kälter, als sowieso. Das muss jetzt erst mal verarbeitet werden. Auch wenn wir uns in der letzten Zeit sehr, sehr selten gesehen haben: es bleiben gute Erinnerungen! Machs gut + und schieb für uns hier unten bitte die Wolken bissel zur Seite!


Jens Uhlmann | Pernod Ricard / Becherovka | Köln / Dresden

Hallo lieber Mirko,
ich danke Dir für die vielen Jahre voller Ideen und verrückter Einfälle und bin stolz darauf, diese gemeinsame Zeit mit Dir erleben zu dürfen. Deine Projekte sind einzigartig und Dein Fehlen schmerzt.


Oliver Tschentscher | Tschentscher Gruppe Dresden | Dresden

Mirko war einfach ein unglaublicher Mensch – eine echte Type.
Ich wünsche allen Hinterbliebenen viel Kraft bei der Trauer.

Cosmo – dein Papa wird immer da sein.

Oliver


Hanka Kosourová | Tschechisch/Deutsche Kulturtage, Euroregion Elbe/Labe | Dresden

Lieber Mirko,
ich schaue aus dem Fenster und muss an unsere Prager Reise denken, nur du und ich und Doreen. Es war Ende Januar vor ganz vielen Jahren, und es war genauso verregnet und kalt wie heute. Du hast uns durch die Stadt gejagt, es musste natürlich nach Zizkov gehen sowie nach Divoka Sarka, wo es vereist und menschenleer war. Eine deiner viiiielen Schnappsideen, die verrückt und genial gleichzeitig waren. So bleibst du uns in Erinnerungen und Herzen. Dank dir haben wir die Dinge durch andere Augen gesehen, durch deine, aus einer anderen Perspektive. Das nimmt uns keiner mehr weg. Danke dafür!
Deine rothaarige Tschechin


Solveig | Freiberg und Dresden

Lieber Mirko, wir kannten uns länger als wir uns nicht kannten…rotes Stirnband, rote Radlerhose…irgendwann sind wir uns damals 1994 oder 1995 bei den Hippies in Freiberg über den Weg gelaufen…ich hatte meine erste wilde Dresdner Party mit 15 bei Dir, nachts stapelten sich schlafende Menschen in Deiner Bude…ich hatte meine erste illegale Aktion mit Dir, Plakate fürs Flower Power Festival nachts in der Neustadt kleben, was für eine Gefühl von Freiheit mit 17…10.000 Fuß, Meißner Gasse, eine kleine Kneipen-Oase…wir haben die Dresdner Politikwissenschaft zusammen gerockt…und uns irgendwann über die schönsten Ecken im Balkan unterhalten…Mirko, ich habe Dich oft bewundert…Du bist Deinen Weg gegangen, hast Deine eigenen Werte vertreten, Dich nie korrumpieren lassen, warst nie dogmatisch…ich konnte mit Dir stundenlang diskutieren, und es hat sich nie im Kreis gedreht…Deine unbekümmerte Freude an den Dingen, die das Leben so lebenswert machen…Du kanntest keine Grenzen, und für Dich war jede Reise eine neue Entdeckung…Ich wünsche Dir, dass Du mit Balkan Brass und Rotwein empfangen wirst… zelim te dobar put…Du gehst, aber Du bleibst auf dieser Welt…in allen von uns ein bisschen…Solveig


Zausel | Flower Power Festival Freiberg | Freiberg

Mensch Mirko, ich finde keine Worte. Ich hatte den Kontakt zu Dir in den letzten Jahren verloren, wusste nichts von Krankheit und Gefahr – nun trifft es mich ganz unerwartet – Du bist nicht mehr, ich kann es nicht fassen, bin sehr sehr traurig und gleichzeitig dankbar hier meiner Trauer Ausdruck verleihen zu können. Kennengelernt hatten wir uns im Freiberger Jugendhilfeausschuss, wo Du mir von Euren Plänen erzähltest, ein Hippie-Festival zu organisieren. Jahre später – war ich der Verantwortliche dafür und Du unser Pressesprecher – Du hast es geschafft das unser Freiberg in der Öffentlichkeit mal nicht nur mit verstaubten Traditionen wahrgenommen wurde, sondern mit progressiver Jugendkultur und guter Musik. Danke Mirko! Durch Deine Arbeit haben tausende Menschen unsere Stadt als Treffpunkt bunter verrückter lustiger junger Menschen kennengelernt! Coole Sache! Weisst Du noch . . . Ich ganz persönlich bin Dir sehr dankbar dafür. Auch später als Du Deinen Fokus mehr in der Dresdner Neustadt hattest, hast Du uns unterstützt, hast uns Räume verschafft und immer wieder – und immer wieder sehr wichtig – Öffentlichkeit. Danke Mirko. Nun ist es zu spät Dir das zu sagen, verpasste Gelegenheit, wie so oft im Leben. Ich wünsche Dir und mir, dass es dort wo Du jetzt bist, auch so spannend und bunt ist, wie es in Deinem Leben war – das es dort auch gute Musik und guten Wein gibt und dass Du dort hören kannst, was man Dir von hier aus noch sagen möchte. In Trauer der Zausel


Torsten Dirk Hübner | Rechtsanwalt in Dresden | Dresden

Lieber Mirko,

gerade in solchen Situation bin ich kein Mensch großer Worte. Dein Tod hat mich echt erschreckt. Ich habe Dich immer für Deine Kraft bewundert, wie Du in Dresden und anderswo die Kultur gerockt hast. Du hinterlässt eine Lücke, eine große Lücke.

Mach´s gut. Torsten


Artur Klinau | pARTisan | Minsk

[Übersetzung des Artikels, den Artur Klinau in partisanmag.by veröffentlicht hat]

Mirko Sennewald, Aktivist und Freund der belarussischen unabhängigen Kultur, ist gestorben
Tragische Neuigkeiten aus Dresden: Am 12. November ist im Alter von 43 Jahren der Freund des „pARTisan“ und glühende Unterstützer der unabhängigen belarussischen Kultur, Mirko Sennewald, verstorben.

Es ist schwer, sich die Dresdner Neustadt, für die Mirko viel als zivilgesellschaftlicher Aktivist getan hat, ohne sein unverwechselbares Lächeln vorzustellen. Es ist schwer vorstellbar, dass diese bekannte Person mit schwarzer Kleidung, langen Haaren und Stirnband nie wieder bei Konzerten belarussischer Musiker oder bei Lesungen belarussischer Autoren auftauchen wird.

Viele Jahre lang war Mirko das Herz und der zentrale Motor des Dresdner Vereins „Kultur Aktiv“ und organisierte, unter anderem, unzählige deutsch-belarussische Projekte, an denen hunderte Vertreter der unabhängigen belarussischen Kultur teilnahmen.

Eines seiner Projekte, das am stärksten in Erinnerung bleiben wird, war der „Zug der Freiheit“, der 2009 aus Anlass des 20. Jahrestages des Berliner Mauerfalls auf der historischen Strecke von 1989 fuhr, über die tausende Flüchtlinge aus der DDR, die in der Prager Botschaft Zuflucht gesucht hatten, mit Sonderzügen in die bayrische Stadt Hof ausreisen konnten. 2009 waren die Passagiere dieses Sonderzuges Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Künstler aus verschiedenen Ländern Europas. Der Zug füllte sich mit Gesprächen und Entdeckungen – Mirkos Elementen.

Als Mensch der Leidenschaft und des Optimimus war er stets bereit, mit Wort und Tat jegliche Idee zu unterstützen, die den Dialog und die Eröffnung des Neuen zum Ziel hatte. Das Unbekannte, Unerwartete, Unoffenkundige war sein Fokus. Als echter Partisan wirkte er auf unbetretenen Pfaden und stärkte anderen den Rücken. Dabei leistete Mirko auch über Jahre hinweg seinem eigenen Körper Widerstand, der ihn zu verraten drohte. Sein herausragender Sinn für Humor und seine Neugier verrieten ihn dafür, so scheint es, niemals.

Lieber Mirko, du hast und gelehrt, an die Kraft der Verschiedenartigkeit zu glauben, an die Energie zwischenmenschlicher Beziehungen, daran, dass unsere Kulturräume enger miteinander verbunden sind, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Wir werden dich nicht vergessen!


Annekatrin Klepsch | Landeshauptstadt Dresden, Kulturbürgermeisterin | Dresden

Mirko Sennewald war im wahrsten Sinn des Wortes ein KulturAktivist. Er hat Ideen gehabt, die für Dresden vorher undenkbar waren und er hat sie Realität werden lassen. Als es wichtig schien, sich nach Westeuropa zu orientieren, hat er Osteuropa in Dresden sichtbar gemacht, Künstlerinnen und Künstler in unsere Stadt geholt und zivilgesellschaftliche Kontakte gepflegt. Er wollte die Gegenwart gestalten und hat sich von keiner Bürokratie entmutigen lassen, sondern es vielmehr geschafft, Geldgeber und Förderer zu überzeugen. Möge sein kulturelles Erbe in unserer Stadt von anderen Kulturaktivisten weitergetragen werden.


Nils Brabandt | Konzept Konzept | Dresden

Lieber Mirko,

du warst in deiner Art immer Inspiration. Ein unermüdlicher Kämpfer – gegen deine Krankheit und gegen die üblichen Widrigkeiten der Ebene. Deine vielen Reisen standen für dein Leben: Ein anderer “Großer Vorsitzender” sagte im fernen China dazu einmal, dass egal wie weit der Weg wird, man zuerst einen Schritt tun muss. Dazu hattest du immer den Mut und nichts schien dich aufzuhalten. Selbst unsere letzte gemeinsame Fahrt an den Prespa-See war für dich nur Zwischenstation für das nächste Russlandprojekt, welches trotz deiner Krankheit unbedingt noch folgen sollte. Respekt, für alles was du in den vergangenen Jahren alles erreicht und angestoßen hast. Das schaffen andere nicht in zwei Leben.


Fanny | Dresden

Ach Mensch Mirko… 😢
Vor über 20 Jahren haben wir uns kennengelernt, wo genau vermag ich nicht mehr zu sagen. Sicher auf einer der unzähligen Partys damals. 😊
So erinner ich mich doch gern an diese Zeit und die tollen Gespräche mit Dir! Leider hat man sich dann irgendwann aus den Augen verloren, so dass wir uns nun schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen haben.
Man sieht sich immer 2 x im Leben. Und wenn es nun halt auf der anderen Seite ist, dann halt dort – irgendwann!
Dort, wo du jetzt bist, geht es Dir besser!
‘On the other side i’ll see you again’
TOP Mirko – LG von Fanny


Phil Shoenfelt | Phil Shoenfelt & Southern Cross | Prag

Mirko, I’m gonna miss you so much. More than fifteen years since we met, and so many good times together on my frequent trips to Dresden and yours to Prague, talking about music, literature, mutual friends, cultural actions that you were planning and always at the forefront of, and always with love and humour. Inspiring people, energizing people – especially young people – showing by direct action and your own example that change is possible, that hope is possible. Yeah, I’m gonna miss you, man. But somehow you are still here, I see you so clearly in my mind’s eye, I hear your laughter, your voice, it’s vibrations linger and I imagine you striding through the Neustadt streets dressed all in black, and wonder what you would be planning right now (because your brain was always fizzing with new ideas) if God hadn’t taken you at this tragically young age. And because of this you continue to inspire, not only me but countless others across the world who had the privilege to come into contact with you and your special energy. You leave behind you a beautiful boy child who loves you to bits, and I know that when he comes to terms with his unfathomable he will recognize the gift you bequeathed him, the part of you that is him. Grief-stricken as I am, I am also crying tears of happiness that you managed to do much good in the short time allowed you. My condolences to your family and friends, to everyone who will miss you, not least the city of Dresden itself, whose children you believed in and to whom you gave hope, direction and a sense of purpose and community. A rare, selfless and beautiful achievement, a life blessed with belief in a better world, a better tomorrow. Adieu, my friend, may you Rest In Peace. Phil Shoenfelt


Jörg Stübing | Büchers Best, Buchhandlung | Dresden

He Mirko, wir waren lange Bewohner des selben Hauses – wir ebenerdig, du den Wolken am nähesten, direkt unterm Dach. Nun bist du, viel zu früh, eine Etage höher gezogen. Über viele Jahre hinweg waren wir uns gegenseitig fruchtbare, Wegbegleiter und Auf-den-Weg-Bringer von zahlreichen kulturellen Projekten und Kooperationen vielerlei Art – von Minsk bis Neuseeland. Das war echt cool und brachte viel. Selbst unser Feiergestühl für die Hinterhofpartys stand in deinem Keller. Worte können hier nichts als immer und immer wieder nur zu sagen dass du verdammt fehlen wird, uns und vielen anderen. Ich vermisse deine lässigen Anrufe, die witzigen Mails und selbst den Rollator auf dem Hausflur. Vorbei. Nicht vergessen. All the best mein Guter. Wir waren lange Bewohner des selben Hauses – und irgendwie sind wir es immer noch.


Ralf | Dresden

Mirko war ein interessanter Mensch. Ich habe weder seinen Musikgeschmack noch seine politische Haltung geteilt – dafür aber sein Engagement für die BRN geschätzt. Ohne Zweifel war er das, was nicht so viele sind: Er war eine Persönlichkeit, die vielen in Erinnerung bleiben wird. Um sein Gedenken zu organisieren schlage ich drei Dinge vor:

Erstens wäre es schön wenn es bei Coloradio eine Stunde lang eine Mirko-Sennwald-Sendung mit “seinen Lieder” und Annekdoten über sein Leben geben würde – nach Möglichkeit sollten auch O-Töne von Mirko selbst zwischengeschaltet werden. Diese Sendung könnte später auf youtube dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zweitens sollte es einen Eintrag bei Wikipedia zu Mirko Sennewald geben.

Drittens fände ich gut wenn man sich Gedanken darüber macht, wie das Neustadt-Archiv in einer Ausstellung “Dresdner-Originale” auf der nächsten BRN in einer Galerie präsentiert. Ich war gestern in der vom Raskolni und glaube, dort wäre ein guter Ort dafür.

Beim ersten und dritten Projekt würde ich gern mitwirken – ich denke, die Unterstützung der Kültz-Stiftung dafür wäre gewiss…


Ronald Menzel-Nazarov | Kultur Aktiv | Darmstadt

Lieber Mirko, Scheiße nochmal – die Furcht vor diesem Moment schwang seit unserem letzten Treffen vergangenen September bei mir konstant mit, aber ich hab sie immer weggewischt, weil ich die Hoffnung nicht aufgeben wollte, die nicht zuletzt Du selbst so wunderbar verbreiten konntest. Wir saßen zusammen ’95/’96 in einem Seminar Französische Literatur, es ging, glaube ich, um Existentialisten – passte irgendwie zu Dir. Wir haben 2003 zusammen The Ancient Gallery nach Tallin gebracht und dort auch einen Jugendaustausch organisiert. Es folgten weitere wunderbare “Schandtaten” mit Belarus, dem Balkan und Kaukasus; dabei unvergessen die Georgienreise 2006. Wegen Dir bin ich bei Kultur Aktiv eingetreten und aus der Ferne treu geblieben. Du warst für mich der zuverlässigste Chaot vorm Herrn und hast mit Deiner FDP-Vergangenheit mein Weltbild gründlich durcheinandergewirbelt. Ich werde es vermissen, mit Dir zu rauchen und zu trinken, zu quatschen und zu lachen. Ich werde Dich vermissen! Gagimardschos, Ronni


Enni Haagen | SkullCrusher Heavy Metal Dresden e.V. | Dresden

Lieber Mirko,

nun ist es Zeit Danke zu sagen. Danke für so viel Inspiration, Hilfe, Denkanstöße und gelebte Völkerverständigug. Das Leben ohne Grenzen, im Zeichen der Rockmusik, hat uns verbunden. Der Kleinkrieg gegen Behörden ebenso. Verzeih mir das ich, neben ganz viel Wissen und Kontakten, auch ein paar deiner Sponsoren mit in den Metal Verein übernommen habe, aber das wäre ja auch in deinem Sinne gewesen. Tatsächlich habe ich am Vortag deiner letzten Reise noch mit Pattex im Bärenzwinger über dich gesprochen und ich denke auch weiterhin wirst du ab und an Thema unserer Gespräche sein. Du hinterlässt so viel! Der nächste gute Rotwein den ich trinke, wird dir gewidmet sein.

DANKE, der Enni


Stefan Schulz | Downtown / Katys Garage | Dresden

Lieber Mirko, ja es macht mich sehr traurig, dass Du so zeitig weitergezogen bist, zugleich bin ich aber auch froh, einen Teil deiner Reise miterlebt zu haben. Das erste gemeinsame Projekt war die BRN 2001, als Du uns einige Bands auf der Bühne gehievt hast. Es folgten Pragomania, dann unser Engagement für die freie Kunst, 3 Jahre Neustadtfest mit Tito, BossHoss, City, zu dem Du Dich mit deinem Team grandios gekümmert hast, später folgte das gemeinsame Schreiben am Konzept für die Alte Feuerwache, Schwafelrunde und K9. Du hast gebrannt für die Ideen, die dir immer eine Herzensangelegenheit waren, du hast improvisiert, wenn die Kohle knapp wurde oder von Anfang an war, du hast so lange gesessen, bis der letzte Punkt auch dort war, wo er hingehört. Ich habe deine Verlässlichkeit und deinen Humor sehr geschätzt. Lieber Mirko, ich wünsche Dir eine gute Reise – ich bin mir sicher, dass Du dort, wo immer das jetzt auch sein wird, die Leute vernetzt und ihr, egal woher, einen gemeinsamen Faden spinnen könnt. Ich stelle eine gute Flasche Wein dazu. Lass ihn dir schmecken und nimm dir die Zeit zurückzublicken. Da ist ne Menge entstanden. Mach’s gut. Stefan


Tanka | 44 Cool Girls | Berlin

Ahoj Mirko!

Du hast Rebel Art 2003 für eine Ausstellung nach Dresden eingeladen.
Wir hatten viel Spaß, auch bei der schrecklichen Rückfahrt, als das Auto kaputt ging.
Gerne erinnere ich mich auch an Dein herzliches „nu“.

Danke Dir für alles, nu.


Thomas Richter | Dresden-Neustadt

Lieber Mirko, mir werden immer unsere gemeinsamen Reisen in Erinnerung bleiben, ob beruflich oder privat. Einmal wollten wir den Bubo Bubo (den gewöhnlichen mazedonischen Uhu) in der Matka-Schlucht nahe Skopje suchen. Gefunden haben wir ein Partisanen-Denkmal. Durch Dich habe ich unter anderem den wunderbaren Balkan und die Menschen dort kennengelernt. Dafür ein ganz großes letztes DANKE. Thomas


Patrick Ament | Untertonstudio, Club Aquarium, eXma | Dresden

Lieber Mirko,
liebe Familie.
Die Nachricht über seinen Tod hat mich völlig überraschend erreicht, da ich seinen letzten Zustand nicht kannte.
Noch am gleichen Wochenende haben wir vor dem Club Bärenzwinger über ihn gesprochen und uns an die alten Zeiten der BRN erinnert.
Ich trauere mit euch!

Er war für mich ein jahrelanger Freund und Partner und Schnittstelle für viele kulturelle und freudige Events.
Unvergessen bleiben, neben den vielen Gesprächen im kultur aktiv, die Fahrt nach Vukovar (2011) zur Konferenz Music without borders, Kooperationen fürs Aquarium (Belarus, Tschechisch-Deutsche Kulturtage), Prager Nacht Shuttle-Lesung, die Anfänge von “Rock the Tram”, Club nEuropa/musicMatch, Moderation und Backstage-Momente im Lustgarten oder eine Lesung von Ingo Petz im Mondfisch (Kuckucksuhren in Baku)…

Ich denke, dein Wirken wird noch lange Früchte tragen. Danke.
Mirko, deinen letzten FDP-Wahl-Bierdeckel, werde ich in Ehren halten und er wird mir immer ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern!

Padex


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