Zug der Freiheit

Ein Sonderzug mit fünf historischen Wagen fuhr entlang der Strecke der Züge mit dem damals die Botschafts-Flüchtlinge von 1989 von Prag über Dresden, Freiberg, Chemnitz, Plauen nach Hof fuhren.
Die einzelnen Waggons fungierten als Kunsträume in denen jeweils ein Projekt gezeigt werden soll. Zusätzlich präsentierten sich Zeitzeugen in Interviews und Jugendgruppen aus Sachsen und den mittel- / osteuropäischen Staaten mit weiteren Projekten. An den Haltepunkten fand ein kulturelles Rahmen-programm statt, z.B. in Hof ein Feuerwerk und die Einweihung eines Denkmals.
Das Programm war den etwa 170 Mitreisenden zugänglich sowie an den Haltepunkten der lokalen Bevölkerung.

Zeitraum
30.09.2009 - 02.10.2009

Projektbeteiligte
Mirko Sennewald (Initiator und Leiter)
Hubert Zahn (Logistische Planung und Umsetzung)
Tobias Käppler (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Gabi Weser (Verwaltung und Sekretariat)
Tina Wünschmann (Initiatorin und Leiterin "Art Train")
Marie Lauffer (Organisation, Planung und Durchführung)

Kontakt
info@kulturaktiv.org

Programm

Das Programm im Zug als auch an den Bahnhöfen wurde in zweijähriger Vorbereitungszeit entwickelt. Unser erster Grundsatz lag vor allem auf einem breiten Angebot von Akteuren der Zivilgesellschaft. So haben wir im Vorfeld immer wieder Kontakte gesucht zu anderen Vereinen, Initiativen und Künstlern, die selbst Projekte zum 20. Jubiläum der Friedlichen Revolution vorbereiteten. Es sollten einerseits Synergien genutzt werden, andererseits dem Anlass entsprechend so viele Bürger wie möglich eingebunden werden. Der zweite Grundsatz bei der Auswahl der Projekte im und am Zug galt der Internationalität. Der "Zug der Freiheit" sollte die Bedeutung der Friedlichen Revolution für ganz Europa unterstreichen, dabei insbesondere die Rolle der tschechischen Nachbarn 1989, aber auch auf aktuelle Probleme in der demokratischen Entwicklung in Osteuropa hinweisen. Der dritte Grundsatz galt dem Genre, so sollte eine Vielfalt aus Musik, Literatur, Darstellender Kunst, Vorträgen und Interviews sowie aktionsorientierten Angeboten entstehen, um das Thema insbesondere für junge Menschen begreiflich zu machen. Der vierte Grundsatz fokussierte schließlich auf die Angebote an den Bahnhöfen, die sich den lokalen Spezifika von 1989 widmen sollten. So entstand in einem langwierigen Prozess ein umfangreiches Programm. Zusätzlich blieb lange unklar, wie sich das Programm finanzieren ließe, so dass wir viele Programmpunkte erst kurz vor Abfahrt abschließend klären konnten.

Teilprojekte

AR’Train*89 – Internationaler Jugendaustausch in Dresden 20.09.-04.10.2009

Während der internationalen Jugendbegegnung AR’Train*89 trafen sich 25 junge Menschen aus Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Polen, Tschechien und Deutschland für zwei Wochen in Dresden, um über die Ereignisse und Auswirkungen des Jahres 1989 in Europa – besonders dem ehemaligen Ostblock – zu sprechen. Die Teilnehmenden waren hauptsächlich junge Studierende, die in ihren Ländern gesellschaftlich oder im Kulturbereich aktiv sind. Zu Beginn präsentierten die Ländergruppen kurze historische Abrisse der Ereignisse in ihren Ländern, die 1989 mehrheitlich noch zur UdSSR gehörten und diskutierten in gemischten Gruppen die Auswirkungen auf die heutige – private, kulturelle, politische – Situation. Danach verarbeiteten sie ihre Gedanken und Assoziationen in den Workshops Video, Fotografie, Bildende Kunst und Unsichtbares Theater, die von Künstlern aus Deutschland, Tschechien und Armenien geleitet wurden. Abschluss der Begegnung waren die Fahrt nach Prag, wo wir die Deutsche Botschaft besichtigten und die Fahrt mit dem „Zug der Freiheit“ von Prag nach Hof, bei der viele Gespräche mit Künstlern und Zeitzeugen stattfanden. Das Projekt war die Fortsetzung einer Reihe von Jugendbegegnungen, die seit 2006 mit den Ländern des Südkaukasus und Mittelosteuropa stattfinden – 2010 soll es in Minsk weitergehen. Besonderer Dank für die Unterstützung gilt dem Programm JUGEND IN AKTION der Europäischen Kommission, der Deutschen Bahn AG und dem Feriendorf Finnies Dorf in Langebrück, besonders Herrn Fischer.
Für mehr Informationen zum Projekt, bitte hier Klicken.

Zeitensprünge-Projekt „mc mampf versteht Bahnhof“

Das Projekt „mc mampf versteht Bahnhof“, welches von der Sächsischen Jugendstiftung und der Stiftung Demokratischer Jugend gefördert wird, beschäftigte sich von März bis November 2009 mit den zentralen Ereignissen und der Wende vor 20 Jahren. Eine Talkshow, Museumsbesuche, eine DDR Modenschau, eine originale DDR-Kantinenwoche, Zeitzeugeninterviews und das Nachstellen der Montagsdemonstrationen entlang der Fahrtroute des „Zuges der Freiheit“ machte den Jugendlichen, welche zumeist sogenannte Wendekinder sind, damalige Geschichte buchstäblich begreifbar. Am Donnerstag, den 1.10.09 begleiteten 13 Jugendliche der Jugendwerkstatt „mc mampf“ der QAD mbH den „Zug der Freiheit“ von Dresden nach Hof. Die Mitfahrt im „Zug der Freiheit“ war ein unerwartetes Highlight für die Jugendlichen und rundete die gesamte Projektidee in sich ab. Für die Jugendlichen begann dieser besondere Tag am Dresdner Hauptbahnhof, als der Zug in den Bahnhof einfuhr. Unter Parolen wie: „Wir sind das Volk!“, „Keine Gewalt!“, „Schließt euch an“ zogen sie als Demonstranten in das neue Foyer des Bahnhofs ein, in dem eine Feierstunde anlässlich des 20. Jahrestages des Zugs der Freiheit stattfand. Die Jugendlichen trugen original DDR Mode und führten Plakate, Lautsprecher u.ä. mit, was den Eindruck noch verstärkte. Die „Demonstrationen“ wurden im Laufe der Fahrt auf allen Bahnhöfen aufgeführt, an denen der Zug hielt. Dies fand reges Interesse bei den Gästen, wie auch den Veranstaltern. „Wir sind das Volk!“, „Keine Gewalt!“ und andere Slogans riefen unter den Zuschauern Erinnerungen an die Geschehnisse von damals wach.

Planspiel der Europäischen Wirtschafts- & Sozialakademie

Die Schüler der Europäischen Wirtschafts- & Sprachenakademie Dresden (EWS) veranstalteten ein sogenanntes Planspiel zum Thema Ausreise. Sie sahen es als Erweiterung des Geschichtsunterrichtes und wollten sich auf diese Weise mit dem Thema vertraut machen. Das 6-Kopf-starke Team begab sich gemeinsam mit rund 90 wissensdurstigen, jungen Menschen auf eine Reise in die Vergangenheit. Das Spiel führte die Jugendlichen quer durch den gesamten Zug. Sie lernten dabei, die Ereignisse von damals besser zu verstehen und erfuhren darüber hinaus Wissenswertes über die Geschichte der DDR. Ziel des Spiels war die vollständige Durchquerung des Zuges, denn dieser und sein Inhalt stellten ja das Wichtigste dar. Die Teilnehmer sollten sich in damals vorherrschende Zustände hineinversetzen und ihr Wissen erweitern. Es befanden sich Spione in jedem Team, die versuchten, die Flucht zu verhindern. Bei erfolgreicher Problemlösung erhielten die Teilnehmer am Ende Pässe.

Pressespiegel

Das ganze Projekt hat für viel Tulmult in der Presse gesorgt, sowohl Print als auch Online, auf Lokaler, Regionaler und Überregionaler Ebene. Um einen kleinen aber feinen Eindruck zu vermitteln für wie viel Aufmerksamkeit dieses Projekt gesorgt hat, haben wir eine kleine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln sowohl in Digitaler Form als auch auf dem Papier für sie zusammengesammelt. Online finden sie z.B. vom N-TV und vielen weiteren Artikel und weitere Spannende sachen zum Thema. Hier sind einige beispiele.

N-TV | Von Prag nach Europa Zug der Freiheit

SPIEGEL-ONLINE | Freitag, 02.10.2009 | Mauerfall 1989 Sonderzug in die Freiheit

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2009

ZEIT ONLINE, 01.10.2009

Neues Deutschland, 02.10.2009

Dokumentationen

Für mehr Wissenswertes und Informatives lohnt es sich auch diese zwei Dokus über den Zug der Freiheit zu Schauen.

Kultur Aktiv e.V. | Train of Freedom (Documentary) | DE 17:44min. (Englische Untertitel)

Kultur Aktiv e.V. | Train of Freedom (Documentary) | DE 17:48min. (Polnische Untertitel)

Download

Programmheft

Partner

Landeshauptstadt Dresden
Partnerstädte Plauen & Hof
Universitätsstadt Freiberg
Deutsche Botschaft Prag
Freistaat Sachsen, Sonderprogramm „20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Deutsche Bahn AG
Opona NGO – Prag
Projektschmiede
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Landeszentrale für politische Bildung Bayern
Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
Bürgerstiftung Dresden, „Wir für Sachsen“
The German Marshall Fund of the United States
EU-Programm JUGEND IN AKTION
Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Außenstelle Dresden
QAD mbH , Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden
Shangri La Flugvermittlung Freiberg
DREWAG

Förderer

Freistaat Sachen Sonderprogramm "20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit"
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Landeshauptstadt Dresden
Universitätsstadt Freiberg
Stadt Chemnitz
Partnerstädte Plauen und Hof
Ehrenamtsprogramm "Wir für Sachsen"
EU Programm "Jugend in Aktion"
Landeszentrale für politische Bildung Bayern
Deutsche Bahn AG
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit
German Marshall Fund of the US (GMF)
QAD Dresden
Flügelradtouristik
Shangri La Flugvermittlung
DREWAG AG
Postmodern
Tillig Modellbahnen
Modellbahnshop Sebnitz

Comments are closed.